My first Interview in Germany! Reversed Culture Shock and Other Challenges after Living Abroad

Dear Yogilators,

I gave my 1st interview in Germany! I was interviewed about my experiences as an expat in the US and my return to Germany. 

Deutsch:
Mein 1. Interview! ich wurde zu meinen Erfahrungen als Expat in den USA und meinen Erlebnissen nach meiner Rückkehr interviewt.
Wie ihr wisst, war meine Heimkehr ja alles andere als einfach gewesen. Ich wurde vor viele Herausforderungen gestellt. Mehr dazu nun im Interview:

Ich freue mich auf eure Kommentare!
Eure Karen


Was hat Sie bewogen ins Ausland respektive die USA zu ziehen?

Die USA hatte mich schon seit meiner Kindheit fasziniert. Durch Serien und Filme wurde meine Neugier auf das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ geweckt und während meiner Abitur Zeit wurde dann auch das Fernweh immer größer. Mein damaliger Berufswunsch war Hotelmanagement zu studieren und dafür musste ich mein Englisch aufbessern, da ich damals in der Schule darin nämlich wirklich nicht gut war. Also beschloss ich für sechs Monate an eine internationale Sprachschule in Kalifornien zu gehen.

Hatten Sie Erwartungen an das Land? Falls ja, inwieweit wurden diese erfüllt?

Als ich mit 17 Jahren in die USA ging, waren meine Erwartungen sicherlich noch recht naiv. Das Land selbst kannte ich nur aus dem Fernsehen, vor allem Kalifornien – Hollywood, Los Angeles, Malibu Beach, wo die Schönen und Reichen leben. Vor Ortempfand ich dieses Leben allerdings schnell als oberflächlich und daher entschied ich mich dann für mein Studium zum totalen Kontrastprogramm – North Dakota und Illinois.

Eine Erwartung, die sich von Anfang an bestätigte, war der Ruf der USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu sein.

Angereist war ich mit dem Wunsch mein Englisch zu verbessern, um später im Hotelmanagement zu arbeiten. Daher kam es zu einem Praktikum im Hilton Hotel direkt am Strand von Santa Barbara. Zeitgleich verfolgte ich einen öffentlichen Strafprozess eines Serienmörders, was mich dazu inspirierte, meinem Interesse für das Profiling nachzugehen. So kam es zu einer unerwarteten, in Amerika aber keinesfalls ungewöhnlichen, Planänderung – einem Kriminologie Studium verbunden mit einem Praktikum bei der Polizei in North Dakota.

Auch gesellschaftlich und kulturell hatte ich einige richtig tolle Erlebnisse, wie zum Beispiel zur Homecoming Queen im College gekrönt zu werden und auch noch heute auf der ganzen Welt Freunde zu haben, mit denen ich weiterhin in Kontakt bin und mit denen ich auch schon ein Wiedersehen in verschiedenen Teilen der Welt gefeiert habe.

Dies sind nur einige Beispiele meiner außergewöhnlichen Erfahrungen und Möglichkeiten in den USA, wofür ich auch heute noch sehr dankbar bin.  Zusammenfassend würde ich daher sagen, dass meine  Erwartungen übertroffen wurden.

Hatten Sie so etwas wie einen Kulturschock? Falls ja, wie hat er sich geäußert? Falls nein, was glauben Sie, hat ihn verhindert?

Kulturschock? Ja, auf jeden Fall. Natürlich kam zuerst die „Honeymoon Phase“, also da wo alles toll, spannend und neu war, aber dann setzte die „kopfeigene Abwehr“ namens Ethnozentrismus ein und ich begann so gut wie alles zu hinterfragen, besser gesagt, zu verurteilen. In den USA wird eben einiges anders gemacht und das soziale Miteinander ist ebenfalls nicht so wie in Deutschland. Dies muss nicht immer besser oder schlechter sein, aber das Vergleichen und „Verurteilen“ einer Kultur die sich von der Eigenen unterscheidet, ist wichtig, denn es hilft uns dabei unsere kulturelle Identität zu finden.

So einen „typischen“ Kulturschock hat vielleicht jeder schon mal erlebt der im Ausland war, selbst als Urlauber. Was jedoch nicht so oft thematisiert und, meines Erachtens nach, komplett unterschätzt wird, ist der umgekehrte Kulturschock.

Nachdem ich insgesamt sechs Jahre in den USA gelebt hatte, kam ich wieder zurück in die „Service-Wüste Deutschland“ und begann einiges ganz anders zu sehen und kritischer zu betrachten.

Selbst nachdem ich nun schon mehr als 5 Jahre wieder in Deutschland bin, sehe mich eher als „Germarican“, eine Mischung aus German und American, und kann mich nicht wirklich komplett mit der Deutschen Kultur identifizieren.

Wie waren Ihre Erwartungen an die Rückkehr nach Deutschland?

Ich hatte tatsächlich recht große Erwartungen. Ich dachte, dass es nicht so schwer sein wird in der Berufswelt Fuß zu fassen, denn ich hab ja einiges geschafft und konnte nicht nur drei sehr gute Universitätsabschlüsse vorweisen sondern auch fließendes Englisch und ein sehr gutes internationales Netzwerk.

Inwieweit haben sich diese erfüllt bzw. nicht erfüllt?

Ehrlich gesagt wurde mein (amerikanischer) Optimismus recht schnell etwas getrübt, denn selbst nach ein paar Gesprächen mit tollen Firmen, bekam ich immer wieder die Absage mit der gleichen Aussage: dass mein Profil nicht genau auf die Rollenbeschreibung passen würde. Klar, mein Masterabschluss in Organizational Psychology war damals (2012) noch nicht so bekannt in Deutschland, jedoch gab es noch genug andere Erfahrungen und so genannte „transferable skills“ die ich mit in ein Unternehmen reingebracht hätte, aber der Erfolg blieb aus. Vier Monate lang.

Erst ein Volontariat bei einem internationalen Projekt namens „WorldSkills“ verhalf mir zu einer ersten Festanstellung. Diese war zwar projektbezogen und demnach befristet, aber immerhin ein Anfang um Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig Englisch sprechen und agieren zu können.

Was raten Sie zukünftigen Expats. (die in die USA ziehen)

Die Zeit zu genießen, sie so gut es geht zu nutzen und sich auf die amerikanische Gesellschaft einzulassen, jedoch gleichzeitig darauf zu achten, seine europäische Gelassenheit beizubehalten, d.h. sich auch weiterhin Pausen einzugestehen und sich nicht von 80 Stunden Arbeitswochen einnehmen zu lassen.

Das Netzwerken ist der Schlüssel zum Erfolg, vor allem in den USA. Die Amerikaner sind generell sehr hilfsbereit und offen für Vorschläge und Ideen.  Das „Can Do“ Attitude fand ich sehr befreiend und motivierend als ich in den USA war. Dies vermisse ich heute schon manchmal in Deutschland.

Welche der Erfahrungen, die Sie im Ausland gesammelt haben, kommen Ihnen jetzt besonders zugute?

Das kann man so gar nicht alles auflisten, da die Erfahrung an sich – im Ausland gelebt zu haben – einen Menschen sehr prägt. Es erweitert den eigenen Horizont, man lernt sehr viel über sich selbst und bekommt ein gutes Gefühl für das was man kann und was eben nicht. Es machte mich verständnisvoller, offener für Individualität und vor allem sehr selbstständig.

Als ich im Alter von 18 Jahren in die USA ging, habe ich vorher alles selbst organisiert, genauso wie in den USA selbst. Von College und Grad School Bewerbungen, über die „kleinen Dinge“ wie Wohnungs- und Stromanbietersuche, bis hin zum Umzug zurück nach Deutschland zwischen zwei Kontinenten. Durch mein Leben im Ausland wurde ich sehr flexibel und anpassungsfähig, sowie resilient und stark.

Neben der englischen Sprache und dem fachspezifischen Wissen meines Studiums habe ich aber besonders Eines gelernt: kulturelle Unterschiede zu verstehen und wirklich zu schätzen. Mein Netzwerk ist so wunderbar international und noch heute stehe ich, wie schon oben erwähnt, mit dem Großteil aktiv in Kontakt und lerne immer wieder neue Dinge dazu. Und so etwas ist auf jeden Fall unbezahlbar und kann an keiner Universität der Welt gelehrt werden.

Interviewed von Ute Schneider von “Ute Schneider International”

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